Turnierbericht Schönberg

Nach unserem Erfolg im Busch hatten wir gar nicht mal so viel Zeit, den Schalter wieder aufs Kringelreiten umzulegen. Elli war nicht ganz so begeistert von meiner Idee, wieder vermehrt die Dressur in Angriff zu nehmen, hat aber trotzdem artig mitgearbeitet. Auch die Kandare haben wir in der letzten Woche nach einer kurzen Pause wieder ausgepackt, denn am 06. Mai sollte es für uns nach Schönberg zum Turnier gehen. Eine L Trense und unsere zweite L Kandare überhaupt waren genannt.

Schönberg gehört für mich zu den Turnieren, die ich unheimlich gerne besuche, da die Anlage sehr schön ist, es gute Fressbuden gibt und man dort immer viele Bekannte trifft – reiterlich gesehen habe ich mich dort aber eher selten mit Ruhm bekleckert. Das liegt vielleicht nicht zuletzt an den recht schwierigen Prüfungsplätzen. Die meisten Prüfungen finden auf einem weiß eingezäunten Außenviereck mit Gartenlaube als Richterhäuschen  (gruuuuselig) oder in einer kleinen, recht dunklen Halle mit abgetrenntem Richtertisch an der kurzen Seite (noch gruseliger!) statt. Die Halle wirkt auf den ersten Blick eigentlich unproblematisch, letztes Jahr hat Elli hier aber in der Galoppverstärkung eine 180 Grad-Wendung gemacht und losgebockt, weil ich so bösartig war, sie in vollem Galopp auf die Richter zuzulenken!
Weil sie sich dieses Jahr bisher immer sehr artig und für unsere Verhältnisse nervenstark präsentiert hat, war ich dennoch guter Hoffnung, dass wir die beiden Prüfungen heil überstehen.

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Foto von Victoria Weihs

L Trense

Die Prüfung auf Trense stand zuerst an, was für uns ideal ist. Wer uns schon länger folgt, weiß Bescheid über unser kleines Kandarenproblem. Im Training reite ich deshalb mittlerweile oft zuerst auf Trense und am Ende der Einheit noch eine Weile auf Kandare, um Elli (und mich auch!) daran zu gewöhnen. Deshalb war es sehr gut, dass ich sie erstmal auf Trense lockermachen konnte. Die Trensenprüfung fand in der Halle statt, in der Elli letztes Jahr noch die besagte Showeinlage abgeliefert hat. Dieses Mal schielte sie nur beim Herumreiten vor dem Klingeln argwöhnisch zu den Richtern, fand sich aber überraschend schnell mit der Situation ab. Braves Glubschi!
Beim Abreiten zuvor war sie etwas klemmig, weshalb ich sie ein bisschen angezündet habe. Wenn man viele Galopp-Schritt oder Halten-Galopp Übergänge mit ihr reitet, wird sie meistens ziemlich frisch.
Das kam uns in der Prüfung zu Gute, die insgesamt ohne große Patzer verlief. Ich habe den ersten Übergang zum versammelten Trab einfach vergessen, im Protokoll stand dann Übergang verschwimmt, sehr nett formuliert von den Richtern 😀 .
Der zweite einfache Galoppwechsel war etwas undefiniert in der Schrittphase, aber mein so gehasstes Kurzkehrt wurde sogar gelobt und auch das Rückwärtsrichten lief ganz gut.
So beendete ich die Aufgabe sehr zufrieden und fand unsere Leistung mit 7,3 auch gerecht bewertet. Aufgrund unserer nicht wenigen Ranglistenpunkte aus dem letzten Jahr, waren wir leider immer in den Abteilungen mit den meisten Ranglistenpunkten, also wurden fast ausschließlich sehr sichere Prüfungen gezeigt. Dennoch konnten wir uns mit unserer Note auf dem 5.Platz rangieren und Elli hatte während der Siegerehrung auf dem Springplatz sichtlich Spaß!

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Brrrr Elli! – Foto von Victoria Weihs

L Kandare

Nach einer kurzen Pause ging es direkt weiter mit unserer zweiten Kandarenprüfung überhaupt, vor der ich natürlich etwas aufgeregt war. Diese Prüfung war dann auf dem Außenplatz,  der mit weißem Zaun, Gartenlaube, Gas-Tank, viiiielen Blümchen und hinter einer Hecke hervorkommenden Pferden doch einiges an Glotzpotential zu bieten hatte. Doch auch hier war Elli wirklich sehr lieb und ruhig. Wieder ein braves Glubschi!
Beim Abreiten wurde Elli gegen Ende wieder etwas maulig mit der Kandare, zwischen dieser und unserer ersten Kandaren L in Melsdorf lagen aber Welten.
Sie zog schon deutlich besser an die Hand und ich bekam den Zügelsalat ganz gut sortiert. Die Trabtour hatte schon ein paar sehr schöne Stellen, in der Galopptour war sie noch ziemlich schaukelig in der Anlehnung. Das Problem hatten wir früher auf Trense auch, ich hoffe wir bekommen es noch besser in den Griff. Ich packe sie auf Kandare auch einfach noch nicht so an, wie ich müsste, weil ich nicht zu stark mit der Hand sein will. Aber was man nicht übt, kann man nicht verbessern, also bleiben wir dran.
Insgesamt mussten wir uns mit der Runde aber keineswegs verstecken und wurden mit einer 6,5 sogar noch zweite Reserve!

Insgesamt bin ich absolut zufrieden mit dem Turniertag in Schönberg, da in der Trensenprüfung einige Dinge schon deutlich besser liefen als bei unserer letzten L Dressur in Westensee und wir auch in der zweiten Kandarenprüfung eine positive Entwicklung verzeichnen konnten. Und das Wetter hat auch noch mitgespielt, geht es noch besser?!

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Foto von Victoria Weihs

 

Ein Gedanke zu “Turnierbericht Schönberg

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