Turnierbericht Rantrum

Am 17.Juni ging es nach fünfwöchiger Turnierpause für uns wieder los. Ich habe mich total aufs Turnierreiten gefreut, allerdings habe ich beim Anblick der Zeiteinteilung dann doch überlegt, ob wir uns das Turnier nicht lieber sparen sollten: Beginn der ersten Prüfung war 7 Uhr – Kotz! Beginn der zweiten Prüfung um 14:30 – Doppelkotz!
Aber nach der langen Pause war die Lust aufs Reiten einfach zu groß. Also ging es zu einer ziemlich unsittlichen Zeit los nach Rantrum für zwei L Dressuren.

Ich hatte vorher bei YouTube gesehen, dass die Prüfungen in der Halle geritten werden sollten. Wegen Ellis Tor- und Türphobie ist das für uns manchmal ziemlich schwierig, aber die Prüfungshalle dort war sehr hell und das einzige Tor, was geöffnet wurde, lag direkt am Vorbereitungsviereck und war deshalb kein Problem für die Prüfung selbst. Der Abreiteplatz hat uns das Leben allerdings schwer gemacht. Der Boden war etwas tiefer, was ich eigentlich nicht als dramatisch empfand. Elli aber schon. Bereits im Schritt stakste sie dort herum wie ein Storch im Salatfeld und tat keinen Schritt von allein. Beim Antraben war sie dann so steif, dass sich der Trab ziemlich unrund anfühlte und ich erstmal ein paar (mehr) Runden im Stechtrab außen herum rasen musste, um den Stock aus ihrem Allerwertesten zu bekommen. Im Galopp das gleiche Spiel. Das Pony war bockig wegen des Bodens und ich war nach knapp 30 Minuten abreiten völlig fertig.

Wir gingen als siebtes Paar der Prüfung an den Start, im Vorbereitungsviereck bin ich dann noch einmal Kurzkehrt geritten und ein paar Übergänge, für Lektionen blieb bei der Arie auf dem Arbeitsplatz gar keine Gelegenheit. Die Halle hat Elli aber gefallen, sie hat nicht einmal bei der weißen Viereckbegrenzung geschaut und lief artig ihre Runden, bis wir unser Startsignal bekamen. Dann mal los!
Über die erste Trabtour muss ich mir eigentlich keine Sorgen machen, im Trab sind wir einfach am sichersten. Nur den Mitteltrab kann ich leider auf dem Turnier nie so reiten wie zuhause. Auch in dieser Prüfung war ich nicht ganz zufrieden damit, aber er war trotzdem nicht schlecht. Mein Feind, das Kurzkehrt, wird auch immer besser, das hat mich sehr gefreut. In der Galopptour mussten wir zwei Mal aus der Ecke kehrt reiten und dann ging es im Außengalopp weiter. Hier muss ich immer ziemlich aufpassen, denn Elli schmeißt sich bei dieser Lektion gerne mal rum, das sieht dann eher aus wie eine Lektion in einer Westernaufgabe, ein kleiner Spin oder sowas.
Bei der letzten Grußaufstellung kamen wir sehr schwankend auf die Mittellinie, weil Elli schon wusste, dass es nun vorbei war und sie dann immer direkt anhalten will. Das fühlte sich ziemlich schrecklich an, sah auf dem Video aber nur halb so schlimm aus.

Wir hatten keine wirklichen Patzer, bis auf die letzte Mittellinie, aber ich hatte die ganze Aufgabe über unglaublich viel zu tun und musste wirklich arbeiten, um sie so am Laufen zu halten. Deshalb hatte ich nicht mit einer so guten Note, wie wir sie dann bekamen, gerechnet: Unser Ritt wurde mit einer 7,4 bewertet. Wow! Für eine reguläre L Dressur, also keine Dressurreiter L, eine echt super Note, wie ich finde.
Wir mussten noch eine ganze Weile Zittern, da wir ja ganz am Anfang dran waren, aber konnten die Prüfung dann mit 0,4 Punkten Abstand zur Zweitplatzierten gewinnen!

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Danach kam eine laaaange Pause, die aber gefühlt gar nicht so lang war. Ich habe mich mit meinen Eltern beim Grasen lassen abgewechselt, mittags haben wir Elli dann kurz auf den Hänger gestellt und haben zusammen gegessen, danach konnte ich mich schon langsam für den nächsten Ritt fertig machen. Als zweite Prüfung des Tages stand eine L Kandare auf dem Plan, unsere dritte Kandarenprüfung insgesamt.
Ich bin dieses Mal in einer Halle abgeritten, da war Madame dann auch zufrieden mit dem Boden und lief erstaunlich souverän mit ihrer verhassten Zäumung. Deshalb konnte ich viele Übergänge reiten und musste nicht so viel Grundsatzarbeit leisten wie am Morgen. Selbstbewusst ging es in die Prüfung, in der Elli insgesamt fleißiger lief, als in der Trensen-L. Die Anlehnung auf Kandare ist aber noch deutlich zu unkonstant, das habe ich danach noch einmal auf dem Video gesehen. Aber das Reitgefühl war toll. Ich war zum Ende der Prüfung hin schon ziemlich zufrieden, als es dann passierte: Beim letzten einfachen Wechsel (es gab insgesamt vier oder fünf Stück in der Aufgabe) hat Elli auf einmal den Dienst quittiert und ist zehn Meter rückwärts gerannt! Ich habe leider auch eine Weile gebraucht, um den Vorwärtsgang wiederzufinden. Völlig verwirrt habe ich noch versucht, einen guten Abschluss zu finden. Ich konnte sie dann auch wieder angaloppieren, der nächste Schrittübergang war dann wieder normal. Nach der letzten Lektion, einem Kurzkehrt, sollte man wieder antraben und aufmarschieren, beim Antraben aber das gleiche Spiel: Rückwärtsrasen und dieses Mal auch bocken. Okay?!

Zuerst war ich ziemlich geknickt, weil die Aufgabe bis dahin von meinem Gefühl her wirklich toll lief. Wir haben auf Kandare noch viel Arbeit vor uns, bis wir uns so souverän präsentieren können, wie auf Trense. Aber mit so einem Ausraster hatte ich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr gerechnet. Warum sie so reagiert hat, konnte ich auch dem Video nicht entnehmen. Zuerst dachte ich, der Kandarenzügel wäre zu viel dran gewesen, dann wird sie schnell mal sauer. Das sah aber nicht so aus. Vielleicht war er zu wenig dran und sie hat sich allein gelassen gefühlt, ich weiß es nicht. Was auch immer es war, ich kann es jetzt nicht mehr ändern. Unsere Note von 5,0 fand ich dann auch berechtigt, mehr kann man auch nicht erwarten bei so deutlichem Ungehorsam.

Wir werden weiter fleißig üben, das konsequente Training hat sich in der Trensenprüfung ja schon mal ausgezahlt, das schaffen wir auf Kandare hoffentlich auch noch.

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„Jetzt bin ich aber auch müde!“

 

3 Gedanken zu “Turnierbericht Rantrum

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