Von der Rennsemmel zum ersten Turnierpferd – meine Reiterlaufbahn (Teil 2)

Wer den ersten Teil noch nicht gelesen hat, kann das hier tun.

So hatte ich also meine Eltern überredet, sich dieses Verkaufspony mal anzuschauen. Wir fuhren los zum Probereiten und ich wäre vor Aufregung fast geplatzt. Als ich Leisa das erste Mal sah, kam ihre Besitzerin gerade, nur mit Halfter und Strick, den Feldweg von der Koppel auf ihr herangetrabt. Ich sah mich schon mit wehenden Haaren, die Arme ausgestreckt, über die Felder galoppieren. Kam natürlich nicht so. Obwohl, so ähnlich eigentlich schon, denn Leisa liebte es, im Jagdgalopp durch die Gegend zu rasen, aber dazu später mehr.

Zunächst ging es für uns ganz gesittet auf den Reitplatz. Da drehte ich so meine Runden, bis ich irgendwann angaloppieren wollte. Rechtsgalopp könne sie nicht, sagten die Besitzer. Sie hätten sie beim Anreiten aus Versehen immer nur Links herum longiert, deshalb habe sie das nie gelernt. Unfassbar eigentlich, aber mir war das natürlich komplett egal und mit irgendeiner Superkraft habe ich es tatsächlich geschafft, meine Eltern zu überreden mir dieses Pony zu kaufen. Ich bin sie dann noch zwei Mal geritten, beide Male bin ich runtergefallen, weil Leisa irgendeinen Quatsch gemacht hat, aber auch das war mir egal. Ich war verliebt.

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Leisa war absolut kein Kinderpony. Ihr wurde nach einer Weile auf dem Reitplatz langweilig und sie überlegte sich irgendetwas, um mich loszuwerden. Gemütlich zum Bummeln ins Gelände? Unmöglich! Sobald wir den Hof verließen, legte sie den Turbo ein. Sie ließ sich auch nicht beirren, als meine Mutter sie am Strick hatte und zog sie mitsamt Fahrrad einmal durch die Feldmark. Ans Turnierreiten war natürlich nicht zu denken, da sie keinen Rechtsgalopp konnte. Und ja auch immer durchging. Angst hatte ich trotzdem nie, ich fand es eigentlich ziemlich witzig so schnell zu galoppieren, dass mein Kopf nach hinten flog und mir Tränen vom Wind in die Augen traten. Das Wahre war es natürlich nicht. Ein paar Jahre ging es trotzdem, irgendwann wurde ich aber auch zu groß für ihre 1,35m. Sie ging dann auf einen Ponyhof am Meer, wo alle Mädels ganz wild darauf waren, mit ihr am Strand zu fetzen.

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Auf einem Reitertag haben wir doch mal eine Schleife bekommen – Fünfter von Fünf! 😀

Wir machten uns auf die Suche nach einem Pferd für mich. Ich wollte eigentlich die Ponyzeit noch nicht hinter mir lassen, ich war zu der Zeit vielleicht elf Jahre alt. Aber groß war ich auch. Deshalb schauten wir nach kleineren Pferden, fündig wurden wir dann ganz in der Nähe. Revel’s Contessa zog bei uns ein. Eine zwölfjährige Fuchsstute, die aus dem Ponymaß rausgewachsen und etwas über 1,50m groß war. Sie war sehr brav, wurde von einer älteren Dame geritten, die sie nur aus gesundheitlichen Gründen abgab und sehr an ihr hing. Viele Turniere war sie in ihrem Leben nicht gegangen, aber sie war einfach bombensicher. Wir starteten mit Reiterwettbewerben und platzierten uns dann später bis Dressurreiterprüfungen der Klasse L. Sie war mein absolutes Traumpferd für eine lange Zeit.
Wieso sie dann trotzdem irgendwann neue Besitzer bekam und wie es bei mir reiterlich weiterging, erfahrt ihr bald im letzten Teil meiner Reitergeschichte.

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Zu dieser Zeit schon etwas professioneller ausgestattet…

 

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