Turnierbericht Todesfelde

Wir haben es wieder getan – wir sind zu einem Geländeturnier gefahren!
Dieses Mal sollte es nach Todesfelde gehen, ich habe natürlich gehofft, dass der Name hier nicht Programm wird. Ich hatte einen Stilgeländeritt der Klasse E genannt und weil die liebe Ann-Christin dort auch eine Prüfung gemeldet hatte, haben wir uns entschlossen, mit unseren verrückten Mädels gemeinsam zur Vorbereitung einmal dorthin zu fahren. Den Platz kannten wir vorher noch gar nicht, und ein fremdes Gelände ist schon etwas anderes, als ein fremder Dressurplatz.  Dennoch stellte Elli sich sehr brav und geschickt an und nicht mal das neue Wasser störte sie beim ersten Training hier, ich war absolut begeistert.

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Foto: Victoria Weihs Fotografie

Dann hatte man noch die Möglichkeit am Montag vor dem Turnier einen Trainingstag zu besuchen, an dem die Prüfungsstrecken schon fertig ausgeflaggt waren. Deshalb konnten wir die Strecke dann auch einmal komplett reiten – perfekte Bedingungen für uns Busch-Neulinge! Die Strecke war mit gut 1000m und nur elf Sprüngen sehr überschaubar, allerdings sah ich unser Problem eher in Form der Hindernisse selbst. Es gab drei Sprünge, die Elli recht gruselig fand:

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Vor diesem Sprung blockierte sie mehrmals schon viele Meter davor, weil sie sich vor dem Knick nebenan (und den anderen Pferden dahinter) fürchtete. 

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Während des Trainings stand hier noch eine weiße Kuh drauf, die war zum Glück beim Turnier weg.

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Keine Ahnung, was ihr hier nicht gepasst hat 😀 

Trotz der bösen Sprünge konnten wir den Trainingstag zufrieden beenden. Ich habe mir dann das Ziel gesetzt, ohne Verweigerungen durchzukommen und auch das konnte an einem schlechten Tag wegen besagter Sprünge schwierig werden.
Gut vorbereitet und so aufgeregt, als würde ich in Burghley an den Start gehen, machten wir uns auf den Weg nach Todesfelde. Dort angekommen hatte ich eigentlich noch genug Zeit. Da uns dann aber die Möglichkeit geboten wurde, die Strecke mit Pferd zu besichtigen, musste ich uns dann doch recht schnell fertig machen. Doch Elli war – im Gegensatz zu mir – gleich tiefenentspannt. Okay Mutti, dann reiß dich auch mal zusammen, dachte ich mir und wir schauten uns in aller Ruhe noch einmal die Sprünge an. Hier schaute Elli wieder besonders skeptisch an ihren Hassobjekten aus dem Training, den Sprüngen 2, 4 und 5.
Das Abreiten fühlte sich nicht so toll an, ich hatte totalen Hunger und fühlte mich unterzuckert, es war wirklich warm und sehr drückende Luft, Elli schwitzte schnell. Deshalb ritt ich viel Schritt und hoffte, dass es einfach bald losgehen würde.

Gestartet wurde auf einem anderen Feld als dem, wo der eigentliche Geländepark sich befindet. Man musste zunächst vom Abreiteplatz und den anderen Pferden weggaloppieren, womit Elli zum Glück keine Probleme hat. Wir durften einen fliegenden Start hinlegen, den ich besonders dumm angelegt habe. Ich galoppierte in einer Rechtsvolte, obwohl wir nach dem Start linksherum mussten und deshalb erstmal schön im Außengalopp begannen – gut gemacht Johanna!
Ich habe mir bei den ersten Sprüngen wirklich den Mund fusselig geredet, damit sie nicht wieder blockiert, weil sie den Gang noch nicht drin hat. Das hilft bei Elli in der Regel recht gut, so auch dieses Mal: Die Sprünge eins bis drei auf dem ersten Feld schafften wir problemlos. Durch einen Knick mussten wir auf die eigentliche Geländefläche, weiter zu den Angstgegnern vier und fünf. Bei beiden hatte Elli die Ohren seeehr gespitzt, hörte aber prima auf mich und auch die beiden Hindernisse konnten wir im Fluss nehmen – puuuh, jetzt erstmal durchatmen, von dem ganzen Gerede hatte ich schon Schnappatmung! Auf einer langen Galoppstrecke konnte ich mich erholen, bis es auf ein kleines Häuschen aus der Rechtskurve und anschließend auf einen mit Steinen unterbauten Steil weiterging. Wir passierten zwei Hügel als Pflichttore und dann ein schmales Trapez, auch kein Problem. Als nächstes stand das Wasser an, früher wollte Elli nie auch nur einen Huf reinsetzen, nun galoppierte sie einfach durch. Danach ging auf Nummer zehn zu, eine doch recht hohe Kante, wo wir etwas zu schwungvoll ankamen und danach ging es im Rechtsbogen zum letzten Sprung, einem Schweinerücken in Form einer Eisenbahn – und geschafft!

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Ich war super zufrieden mit dem Ritt, Elli hat sich wirklich toll angestellt und wir haben eigentlich alle Sprünge gut und im Fluss getroffen. Und vor allem hatten wir keinen Steher, yay! Man bekam eine kurze Rückmeldung von den Richtern, die bemängelten, dass ich zu wenig leichten Sitz gezeigt hatte, ein etwas höheres Grundtempo anlegen und meine Bügel kürzer schnallen sollte, was ich auch völlig okay fand. Unser Ritt wurde dann mit einer 6,8 bewertet, mit der wir nicht mehr platziert waren.
Der Tag hat wieder unheimlich viel Spaß gemacht, auch wenn das Geländefeeling und der Adrenalinstoß lange nicht so groß waren, wie bei einer richtigen Vielseitigkeit. Aber wir wagen uns schon bald an das nächste Busch-Abenteuer, es bleibt also spannend!

 

Ein Gedanke zu “Turnierbericht Todesfelde

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