Turnierbericht Vielseitigkeit Schönberg

Auf zu unserer zweiten Vielseitigkeit hieß es am Samstagmorgen. Es sollte nach Schönberg gehen, den Platz kennen wir schon von gelegentlichen Trainingseinheiten, gute Voraussetzungen also für uns.
Noch bessere Voraussetzungen gab es dann, weil sich die Chance bot, einen Trainingstag mitzumachen, und noch viel besser: Dieser fand unter Anleitung meiner Trainerin statt.
An besagtem Trainingstag war Elli am Sprung super, auf den Wegen dazwischen… ähm, ja. Sie fand alles unheimlich gruselig, hat sich fünf Minuten lang geweigert, auch nur im Schritt einen Teil der Wegestrecke zu betreten. Wie sollte das dann ein paar Tage später im Galopp klappen? Doch nicht so gute Voraussetzungen?

Naja, wer nicht übt, der wird auch nicht besser, also fuhren wir einfach los, um Erfahrung zu sammeln und an Sicherheit zu gewinnen. Zuhause beim Fertigmachen hatte Elli noch recht gute Laune, das hat sich dann leider auf dem Abreiteplatz für die Dressur ganz schnell erledigt. Sie war unheimlich matt, triebig und auf der Vorhand. Und das änderte sich leider auch kein Stück während des gesamten Abreitens. Prinzessin war motzig und ich geriet ordentlich ins Schwitzen. Auf dem Prüfungsviereck lief sie dann deutlich schöner in Aufrichtung und mit mehr Grundspannung, was daran lag, dass sie sich die Augen aus dem Kopf guckte: Beim Anreiten im Schritt (was ja auch wirklich blöd ist) konnte sie kaum die Fassung halten und wäre beinahe gestiegen, da bin ich lieber schnell etwas früher abgewendet. Ah ja, das ging super los. Leider ist in so einer E Dressur auch nicht viel an Lektionen drin, mit denen ich sie hätte ablenken und auf mich konzentrieren können. So wurde das Geglotze leider immer schlimmer. Ansonsten lief sie ganz gut. Wir wurden mit 8,2 bewertet, nach der Dressur belegten wir Platz drei.

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Foto von Sandra Pien

Dann machte ich sie schnell fertig zum Springen, hoffentlich geht das Geglubsche da nicht so weiter, dachte ich nur. Beim Abspringen lief sie aber super, ich hatte sie plötzlich echt gut am Bein und sie sprang gut und mit Ehrgeiz. Okay, Prinzessin hatte einfach keine Lust auf Dressur. Im Parcours hatte ich dann auch weiterhin ein wirklich gutes Gefühl, wir waren für unsere Verhältnisse flott unterwegs, aber ich hatte alles unter Kontrolle. An Sprung acht, dem vorletzten und einzigen mit Unterbauten, bremste sie dann ziemlich unerwartet und mein Kinn machte eine schmerzvolle Begegnung mit ihrem Hals -Upsi! Schnell eine Volte reiten und drüber, denn die Zeit lief! Weil wir recht schnell waren, kamen wir dann mit nur einem Zeitfehler und den vier Punkten für die Verweigerung ins Ziel. Ich war aber ganz zufrieden mit unserer Leistung, deshalb fand ich es nicht weiter schlimm. Nach Dressur und Springen waren wir nun auf Platz sechs gerutscht.

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Foto von Sandra Pien

Vor dem Gelände hatte ich doch etwas Sorge, dass wir nicht durchkommen würden. Zuerst das Theater beim Trainingstag und beim Turnier sieht dann alles noch mal etwas anders aus. Aber wir durften das Gelände mit Pferd abgehen, das steigerte meine Hoffnungen auf einen guten Tagesabschluss wieder. Als 16. Starterin konnte ich noch kurz zuschauen, durch zwei Stürze zog sich die Prüfung noch etwas. Ich ritt nur wenig ab, wobei ich nicht so wirklich unseren Rhythmus fand. Als es an den Start ging, war ich ziemlich nervös, als ich dann losgaloppierte, ritt gerade die Vorreiterin vor den ersten Sprung – äääh Hallo? Ich rief ziemlich laut Achtung! und nicht nur die Reiterin, sondern auch Elli wurde davon aufgescheucht. Sie fühlte sich wohl angesprochen und war erstmal ziemlich unsicher. Die ersten drei Sprünge hätten folglich füssiger sein können. Dann ging es zu Sprung vier, einer Steinmauer auf den Sandspringplatz, von dort aus direkt zu dem Teil der Strecke, den Elli am Trainingstag gar nicht leiden konnte. Sie zögerte wieder deutlich, aber ich habe ihr von oben aus gut zugeredet und sie lief tapfer weiter. Bei Sprung fünf guckte sie seltsamerweise etwas, obwohl er sehr unspektakulär war und an Sprung sechs wollte sie anhalten, ich verlor den Steigbügel und musste sofort an meine Trainerin denken, die jetzt gebrüllt hätte: Weiterreiten, da kann die aus dem Stand rüber! Also los, zwei Galoppsprünge hatten wir noch und das muss auch ohne Bügel gehen – ging auch! Nach dem Sprung musste ich erstmal meinen Bügel wiederkriegen, an Fahrt aufnehmen und den Gruselweg zurück zum Hauptplatz schaffen. Nicht ganz so schnell, aber ohne Blockieren schafften wir das auch und dann hatten wir auch den Gang drin. Sprung acht und neun trafen wir gut, an zehn guckte Elli sich wieder die Augen aus, aber ich konnte sie gut rüberdrücken und auch das Wasser, ein Pflichttor auf dem Berg, einen Durchsprung auf den Springplatz und ein Gatter schafften wir. Sprung 13, ein Haus, trafen wir dann richtig gut und am letzten Sprung, dem Trakehner Graben, hatten wir dann zum Abschluss noch mal eine ganz unschöne Distanz. Alles egal, wir waren im Ziel!

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Foto von Sandra Pien

Wir hatten dann 5,5 Zeitfehler und eine 7,3 als Stilnote. Ich fand das mit der Zeit gar nicht schlimm, wir müssen einfach noch sicherer werden, damit wir uns auf solche Dinge konzentrieren können. Es war wieder ein total tolles Gefühl das mit Elli gemeistert zu haben und ich bin sehr stolz, dass sie im Gelände so gut auf mich gehört hat, obwohl sie vieles wirklich gruselig fand. Mit 40,6 Minuspunkten wurden wir dann auch noch mit dem vierten Platz in der Gesamtwertung belohnt – schöner hätte der Tag nicht enden können.

Ein Gedanke zu “Turnierbericht Vielseitigkeit Schönberg

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