Turnierbericht Felmerholz

Nach einigen Geländeabenteuern und einer Turnierpause ging es für uns dieses Wochenende endlich wieder ab ins Viereck. Ich reite mittlerweile wirklich in allen Sparten gerne, aber nach wie vor ist in der Dressur mein Ehrgeiz am größten. Und das Turnier in Felm gehört zudem jedes Jahr zu meinen liebsten Veranstaltungen. Dort hat Elli vor zwei Jahren ihre erste Nicht-Salatschleife bekommen, letztes Jahr die A-Dressur gewonnen und war vierte in ihrer zweiten L-Dressur – gute Erinnerung an den Platz also.

Dieses Mal standen eine Dressurreiter L am Freitag und eine L Kandare am Samstag auf dem Programm. Zwei Tage losfahren finde ich eigentlich nicht so schön (für’s Pferd), aber ein paar Mal im Jahr ist es sicherlich vertretbar.

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Victoria Weihs Fotografie

Dressurreiter L

Um 15 Uhr am Freitagnachmittag ging unsere Prüfung los. Es hatten nur elf Paare Startbereitschaft erklärt. Sowas finde ich immer unheimlich schade, für den Veranstalter, die Sponsoren, Zuschauer und auch für uns Reiter. Es macht einfach weniger Spaß und es haben ja auch nur wenig Leute die Chance auf eine Platzierung. Ich war letzte Starterin, und nachdem wir schon auf den Anhängerplatz vom Trecker raufgeschleppt werden mussten, blieb gar nicht mehr so viel Zeit bis zum Fertigmachen. Letztes Jahr war das Turnier schon von massenweise Regen gestraft, dieses Jahr hatten die Böden auch wieder extrem gelitten. Wie viele ja wissen, ist meine Prinzessin kein Fan vom Schmutzigwerden. Allerdings geht es dabei eher um tiefen Boden und um herumfliegende Matschklumpen. Der Dressurplatz war eher eine große Pfütze – Wasser von unten ist besser als große Matschklumpen, hab ich mir dann eingeredet. Und das fand Elli anscheinend auch. Sie lief überraschend locker und war gar nicht zickig oder klemmig. Das Prüfungsviereck fand sie allerdings furchtbar gruselig und glotzte sich erstmal die Augen aus dem Kopf. Wenn sie aber so bemüht ist, wie an diesem Tag, dann kann man sich in der Regel darauf verlassen, dass sie die Prüfung nicht sprengt, sondern versucht brav zu sein.
Wir kamen die ganze Zeit nicht so richtig außen herum, in der Galoppverstärkung sprang sie immer wieder den Pfützen aus dem Weg und hob sich dabei ziemlich raus, sodass ich mir ein Lachen nicht verkneifen konnte.

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Victoria Weihs Fotografie

Im Protokoll stand dann recht nett formuliert: Galoppverstärkung schwankend. Das Kurzkehrt habe ich verbockt, das erste Angaloppieren hat sie drei Meter vor A allein in die Hand genommen, als ich die Zügel nachgefasst habe und auch sonst war es eine etwas schusselige Runde von uns – trotzdem war ich super zufrieden: Elli hat sich trotz des Bodens und der Gespenster anständig verhalten, das ist mir immer am wichtigsten. Braves Glubschi! Mit einer 6,5 wurden wir dann sogar noch an 4. Stelle platziert.

L Kandare

Ich wusste zunächst nicht so richtig, ob ich die Kandaren L am Samstag noch reiten sollte. Ich war zufrieden mit meinem Pferd und der Boden hat nicht so Spaß gemacht. Andererseits müssen wir Erfahrung in den Kandarenprüfungen sammeln, damit es weitergeht. Zurück im Stall überzeugte mich das Stell dich nicht immer so an! meiner Trainerin dann doch recht schnell. Also alle Sachen unter den Gartenschlauch gehalten und am Samstag wieder los. Auf dem Abreiteplatz ging Elli zunächst etwas festgehalten, aber sie hat dann kurze Zeit später wirklich artig mitgemacht. Ich bin leider etwas zu lange abgeritten, da habe ich die Dauer der Aufgabe unterschätzt. Deshalb war das Pony dann irgendwann etwas grantig und maulig, lief beim Einreiten ins Viereck nach kurzer Schrittpause dann aber wieder super.

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Victoria Weihs Fotografie

Leider war sie in der Rechtsvolte am Anfang ziemlich verkantet, was an meiner verdeckten Zügelführung liegt. Die Trabverstärkungen kriegen wir auf dem Turnier ja nie so gut hin wie Zuhause, sie waren aber besser als am Vortag. Die gleiche Aufgabe sind wir auch bei unserer ersten Kandaren L in Melsdorf auch geritten, damals ist Elli beim einfachen Wechsel über X ziemlich ausgerastet, auch dieses Mal regte sie sich auf – weiß der Geier, warum. Sie galoppierte kurz falsch an und wurde dann ziemlich zappelig, als ich das korrigierte. Da muss man immer ziemlich aufpassen, dass sie nicht steigt, wenn sie so drauf ist. Deshalb hab ich lieber die Hand vorgegeben und das erneute Angaloppieren war dann zwar nicht schön, aber alles ist besser als Steigen würde ich sagen. Der Rest der Aufgabe lief dann auch ganz gut, an der Galopptour müssen wir – wie immer – noch arbeiten, die Trabtour hatte schon ein paar Highlights. Mit einer 6,1 landeten wir dann auf Platz 9 von 16 Startern, schämen braucht man sich da nicht. Im Gegenteil, ich war sehr zufrieden und glücklich: von der stark nickenden Anlehnung in allen Gangarten von vor ein paar Wochen war nichts mehr zu sehen, sie war zufriedener im Maul und ich habe mich getraut, normal zu reiten und habe nicht nur passiv oben drauf gesessen.

Wieder ein tolles Turnierwochenende, an dem mein Dank ganz besonders der lieben Vicy von Victoria Weihs Fotografie geht, die uns nicht nur fotografisch, sondern auch mental ganz herzlich unterstützt hat!

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Ein Gedanke zu “Turnierbericht Felmerholz

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