Turnierbericht Kellinghusen

Am vergangenen Samstag wollten wir zum Sommerturnier nach Kellinghusen. Das Turnier ist ziemlich groß aber trotzdem liebevoll organisiert. Und auf diesem Turnier haben wir letztes Jahr unsere erste gemeinsame L Platzierung erreicht.

In der Woche vor dem Turnier lief es allerdings nicht gerade rund im Training. Elli war unglaublich klemmig, früher unser größtes Problem. Mittlerweile haben wir das ganz gut im Griff, aber gerade beim Reiten auf Kandare muss ich sie besonders gut am Bein haben, um unser zweitgrößtes Problem, die Anlehnung, nicht wieder schlechter werden zu lassen. Zum Glück wurde die Klemmigkeit im Laufe der Woche aber weniger, sodass ich mit einem einigermaßen guten Gefühl am Samstagvormittag zum Turnier fahren konnte. Es standen eine L Trense und eine L Kandare auf dem Plan.

L Trense

Beide Prüfungen waren wegen der vielen Nennungen nach Ranglistenpunkten geteilt. Ich war in der Abteilung mit mehr Ranglistenpunkten, die zum Glück auf dem Außenplatz stattfand. Dieser liegt an einem Wald, mit drei bunten Richterhäuschen bestückt und neben einem Knick, hinter dem die Pferde entlang laufen. Ziemlich viel Glotzpotential könnte man meinen- aber Elli hat hier einfach ihre eigenen Maßstäbe. Sie war absolut unbeeindruckt. Die andere Abteilung war in der Halle, wo Elli letztes Jahr an der Tür ziemlich geglotzt hat, sodass wir nicht einmal vernünftig außen herum kamen.

Die Prüfung lief recht gut, ich hatte sie wieder deutlich besser vor mir, als zu Beginn der Woche und die Trabtour am Anfang fühlte sich gut an: schöne Stellung und Biegung in den Schlangenlinien durch die Bahn mit drei Bögen, gute Trabverstärkung. Auch die Schritttour war für unsere Verhältnisse recht fleißig. Das Kurzkehrt war leider nur gedreht, beim Rückwärtsrichten habe ich nicht so viele Schritte rückwärts gezeigt, weil die Viereckbegrenzung bei A offen war und ich Angst hatte, dass Elli sich dann daran stoßen könnte (Wendy-Moment des Tages Nummer 1). Deshalb wurde es dann auch leicht schief nach innen in die Bahn. Die Galopptour war dann auch ordentlich, bei einem einfachen Wechsel ist sie mir falsch angaloppiert. Das hatten wir ja in Rantrum schon, da hat es die Richter ja nicht so gestört. Dieses Mal anscheinend schon, denn für den Ritt erhielten wir eine 5,9. Für mich unverständlich, ich war zufrieden mit uns und hätte wegen der Unstimmigkeiten mit einer 6,5 oder ähnlichem gerechnet. Da die Richter irgendwas elementares gestört haben musste, war ich gespannt auf das Protokoll. Darin stand, dass mein Pferd nur sehr wenig Versammlungsbereitschaft gezeigt habe. Huch, das fand ich jetzt nicht, auch nicht nachdem ich das Video noch mal gesehen habe. Aber Schlamm drüber und auf die nächste Prüfung konzentrieren.

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Victoria Weihs

L Kandare

In der zweiten Prüfung war ich erst 23. Starterin und konnte mir deshalb noch einige Ritte anschauen. Ich bin bei Kandarenprüfungen immer etwas verunsichert, wenn ich die Reiter-Pferd-Paare auf dem Abreiteplatz sehe, denn viele von ihnen starten ja auch in M Dressuren und das sieht man auch. Aber es tat irgendwie ganz gut zu sehen, dass auch bei den großen, langbeinigen Lackrappen mit riesigem Kragen einiges schief geht- und nicht nur bei uns. Die Richter dieser Prüfung haben besonderen Wert auf das Zügel-aus-der-Hand-kauen-lassen gelegt. Wenn jemand diese Lektion nicht ausreichend gezeigt hat, wurde die Person zum Richterhaus zitiert und hat Ratschläge bekommen. Auf der einen Seite wegen der Wichtigkeit der Lektion sehr sinnvoll, trotzdem möchte man es auf dem Turnier ja ganz gerne vermeiden, extra zum Richter zu müssenNaja, Hauptsache heute ohne Showeinlage, dachte ich mir dann.

In der Prüfung war Elli wieder sehr bemüht, die Trabtour kriegen wir ja ohnehin immer am besten hin, dieses Mal war auch der Mitteltrab gut. Schritt kann bei uns immer fleißiger sein, aber wie auch schon in der L Trense war er besser als in vielen anderen Prüfungen dieses Jahr. Beim ersten Angaloppieren merkte ich schon, dass Elli sich kurz vorher aufregte, aber sie hat zum Glück keine Kunststücke eingebaut. Die einfachen Wechsel waren gut, und auch das Zügel-aus-der-Hand-kauen-lassen war in Ordnung, sie hätte noch mehr mit der Nase vor kommen können. Sogar das Halten bei G klappte.

Normalerweise überlege ich beim Ausreiten dann immer kurz, was ich gut und schlecht fand und was ich uns geben würde. Aber schon direkt nach meinem Grüßen wurde die Note durchgesagt: 7,7! Hammer fett, Bombe krass! 😀 Und wir haben dann einfach mal gewonnen, noch krasser!
Erstmal geheult (Wendy-Moment des Tages Nummer 2). Irgendwie war das so ein emotionaler Moment, weil ich vorher nie so richtig dran geglaubt hab, dass wir das mit der Kandare in naher Zukunft mal hinkriegen. Im Training hatten wir das letzte Dreivierteljahr auf Kandare sehr zu kämpfen, es hat oft wirklich keinen Spaß gemacht und ich hab noch öfter überlegt, ob ich vielleicht einfach nur auf Trense reiten sollte. Aber wenn man sportlich weiterkommen will, dann gehört sie eben dazu. Ich glaube zwar nicht, dass wir jetzt nie wieder Diskussionen haben werden, aber das war jetzt die Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Maßgeblich daran beteiligt ist meine Trainerin Berit, die sich immer so viel Mühe gibt, meine Selbstzweifel ausbremst und uns mit einer Engelsgeduld jede Woche begleitet und sich fast noch mehr gefreut hat als ich selbst (wenn das geht.) Danke!

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3 Gedanken zu “Turnierbericht Kellinghusen

  1. Pingback: Unsere Turniersaison 2017 | Ein Pferdeleben

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