Elli

Wieso W 

Seelenpferde hat einmal jemand Pferde wie dich genannt. Pferde, die es nur einmal geben wird im Leben, die man begleiten darf, die einen auf andere Wege führen. Die wie Schatten sind und die Luft zum Atmen. 

Mein Pferd Elli ist etwas ganz besonderes. Das meine ich sowohl im positiven als auch negativen Sinne. Ihr habe ich die schönsten, aber auch die schlimmsten und tränenreichsten Momente meiner Reiterlaufbahn zu verdanken.

Sie kam als Fohlen zu uns und wuchs in einer großen Herde auf, bis sie drei Jahre alt war. Dann wurde sie zunächst angeritten, was sich als durchaus schwierig erwies. Sie war störrisch und maulig. Da sie mit ihrem geringen Stockmaß (1,56 m) ohnehin zu klein für mich (1,78m) erschien, wurde sie nach ihrer Stuteneintragung gedeckt und bekam ihr erstes Fohlen.

Die Trächtigkeit, die Geburt und die nachfolgende Zeit mit ihrem Stutfohlen „Pupsi“ waren so schön, dass wir sie gleich noch einmal decken ließen und sie bekam das zweite Fohlen, Spitzname „Motti“.

Sechsjährig sollte sie also wieder angeschoben werden, doch kaum setzte man sich auf sie rauf, rannte sie los, riss den Kopf hoch und das war es dann mit „reiten“.
Eine Weile nachdem wir sie aus dem Beritt abgeholt hatten, versuchte ich es allein weiter und mit begleitendem Reitunterricht, aber sie wurde immer unzufriedener und gewöhnte sich nun auch noch das Steigen an – so konnte es nicht weiter gehen!

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Equilux- von Bassi

So kamen wir zu meiner jetzigen Trainerin, der ich einfach alles zu verdanken habe, was Elli und ich bisher erreicht haben.
Auch im neuen Stall zeigte sie sich zuerst von ihrer schlechtesten Seite, mehr als ein Mal war ich kurz davor aufzugeben, mit den Nerven und meinem Latein am Ende.
Doch was wäre dann aus Elli geworden?

Mit meinen Eltern habe ich dann entschieden, dass wir sie einmal komplett durchchecken lassen sollten, um auszuschließen, dass irgendwelche Schmerzen oder Krankheiten der Grund für ihre Widersetzlichkeit waren.
Doch es stellte sich heraus, dass sie topfit ist (toi, toi,toi). Das ist einerseits natürlich die Wunschvorstellung eines jeden Pferdebesitzers, bei unserem Problem half es andererseits kein Stück weiter. Was nun?

Noch war ich nicht bereit aufzugeben. Und irgendwann platzte der Knoten. Ich frage mich bis heute, was der Grund für die Veränderung in ihrem Verhalten war. Vielleicht war es die Belohnung für mein Durchhaltevermögen oder einfach nur Glück. Manchmal denke ich auch, dass sie gemerkt haben könnte, wie kurz ich vor dem Aufgeben war.
Was auch immer es war, ich bin dankbar dafür und denke auch heute noch oft an diese schlimme Zeit zurück. Nun in der glücklichen Gewissheit, auf dem richtigen Weg zu sein.